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Rezension: Der Tänzer


Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, das mich wirklich begeistert hat. Ich habe es mir relativ spontan aus der Bücherei ausgeliehen und habe eigentlich nicht viel erwartet, aber lest selbst worum es geht.



Quelle: rororo

Inhalt:

1944, im russischen Ufa tanzt ein siebenjähriger tatarischer Junge für verletze Soldaten. Keinem der Soldaten ist bewusst, dass dieser Junge eines Tages einer der bekanntesten Tänzer der Welt werden wird.

Denn dieser Junge ist Rudolf Nurejew, auch wenn er noch von allen Rudik genannt wird.  Nicht einmal 20 Jahre später wird er auf einer Tournee des Kirov-Ballets fliehen und erst 1987 zurückkehren, für wenige Stunden um seine sterbende Mutter zu besuchen.



Meine Meinung:

Dieses Buch ist… anders. Es ist weniger eine Biographie oder ein Roman als ein Stück Literatur. Der Autor, Colum McCann, hat für seine Bücher schon viele Literaturpreise gewonnen und scheint nicht viel davon zu halten Bücher allgemein zugänglich zu machen. Das Buch wird teilweise in Form von Tagebucheinträgen, teilweise aus der Perspektive von nahestehenden Personen (Nurejews Tanzlehrerin, seine Schwester, sein Hausmädchen, diverse Freunde…) erzählt. Leicht zu lesen ist es eher nicht, da nicht immer gleich klar wird, wer grade erzählt. Aber es fängt das Lebensgefühl wunderbar ein. Erst die ewige Monotonie, das ewige Umgucken in der Sowjetunion, aber auch die Freude, die der junge Rudik beim Tanzen empfindet und wie es ihm seine Sorgen zu nehmen scheint. Und dann das ausschweifende, immer aus dem Ruder zu laufende, aber doch irgendwie scheinbar normale Leben im Westen.  Die Personen, auf die Rudik trifft und die von ihm erzählen, könnten vielfältiger nicht sein und doch scheint alles immer irgendwie gleich zu sein.

Fazit:


„Der Tänzer“ ist ein fantastisches Buch und eines das trotz seiner Hauptperson nicht nur vom Ballet handelt. Oder vielleicht auch wegen seiner Hauptperson. Denn der Tanz und vor allem das Ballet gehören zu Rudik und sind kein Thema über das man redet. Sie sind einfach immer präsent.
Empfehlen ist dieses Buch definitiv nur für Erwachsene. Ballet-versessene Kinder können die Komplexität nicht verstehen. Für sie wäre dieses Buch nur verwirrend. Aber jedem andern kann man es empfehlen. Colum McCann ist ein literarisches Genie. Allerdings sollte er in homöopathischen Dosen genossen werden. Ich war nämlich auch irgendwie froh nach „Der Tänzer“ etwas leichteres zu lesen. Deswegen gibt es trotz meiner Begeisterung nur ****.

Colum McCann

„Der Tänzer“

480 Seiten, 9,99€

ISBN 978-3-499-23827-7

rororo

Erscheinungsjahr: 2004

Verlags-Website

Website des Autors Colum McCann




PSIch habe "Der Tänzer" im englischen Original gelesen und nicht in der deutschen Übersetzung. Jedem der halbwegs Englisch kann würde ich das empfehlen. Auch wenn die Ausdrucksweise manchmal etwas derbe ist ;)

Kommentare

  1. Mir hat Joice gereicht :-) Was meinst du mit "und scheint nicht viel davon zu halten Bücher allgemein zugänglich zu machen" - verbietet er, dass das Buch in Bibliotheken zugänglich gemacht wird oder gibt es seine Bücher nicht als E-Books? Ich bin verwirrt :-(

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    1. Ich meine damit den Schreibstil. Gerade viele Literaten schreiben auf eine Art und Weise, die schwierig zu verstehen ist und einen gewissen Grad an Bildung erfordert um auch nur ansatzweise durchzusteigen. Sie sind deswegen nicht "allgemein zugänglich" weil ein großer Teil der Bevölkerung wahrscheinlich nach den ersten Seiten aufgeben würde.

      LG
      Lena

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