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Die wunderbaren Welten der Marion Zimmer Bradley


Ich bin ein absoluter Fan von Marion Zimmer Bradley. Egal was andere von ihr sagen. Warum?
Fangen wir erstmal mit den „harten“ Fakten an.

von: mzbworks.com
Marion Eleanor Zimmer kam 1930 in Albany, New York zur Welt. 1949 heiratete sie dann ihren ersten Mann und wurde zu Marion Zimmer Bradley. Im selben Jahr wurde auch ihre erste Kurzgeschichte veröffentlicht. 1957 ihr erster Roman. 1958 beginnt dann ihre Reise in die Welt von Darkover. Und damit wird sie erstmalig wirklich bekannt. 1979 erscheint dann „Die Nebel von Avalon“, ein Buch das wahrscheinlich die meisten Leute kennen, die sich mal mit Fantasy auseinander gesetzt haben. Und für das sie den „Locus-Award“, einen der wichtigsten amerikanischen Science Fiction/Fantasy-Preise, bekommt.  1999 starb sie an den Folgen eines Herzinfarkts. Erst im Jahr darauf bekommt sie den World Fantasy Award für ihr Lebenswerk, den haben u.a. auch Georg R.R. Martin, Terry Pratchett und Stephen King bekommen.

Gut,  Schluss jetzt mit den Fakten.  Für die Fakten liebe ich sie nämlich nicht (hallo, sie hat die Beziehung ihres zweiten Mannes mit einem 14-Jährigen geduldet?!). Wer mehr Fakten will soll Wikipedia  fragen.

Warum liebe ich sie? Weil sie die „Queen of Fantasy“ ist. Die Welt Darkover (oder auch Cottman IV) ist nicht einfach nur irgendeine ferne Fantasy-Welt. Nein, auf dieser Welt leben mindestens 4 verschiedene Arten intelligente menschenähnliche Wesen. Eine ist nicht nur menschenähnlich sondern es sind Menschen. Die ganz zu Beginn der Expansion der Menschen von der Erde dort gestrandet sind. Und nun telepathische Fähigkeiten und eine ganz andere Gesellschaft entwickelt haben. Oder wie es Regis Hastur in „The World Wreckers“ so schön ausdrückt: „What’s left of us isn’t primitive […] or barbarian; it’s what’s left after we’ve been to the limits of so-called progress“ („Was von uns übrig ist, ist nicht primitiv oder barbarisch; es ist das was noch übrig ist nachdem wir die Grenzen des so genannten Fortschritts erreicht hatten“). So darf dort niemand eine Waffe tragen, die einen Menschen aus mehr als einer Armlänge Entfernung töten kann.  Eigentlich ganz sinnvoll, oder? Und im Licht der Waffen-Diskussion in den USA scheint es heute fast schon surreal, dass diese Regel von einer Amerikanerin erdacht wurde!
Neben den Menschen gibt es auf Darkover auch noch die Chieri. Fast schon eine Art idealer Mensch: wunderschön, hochintelligent,  je nach Lebensphase männlich, weiblich oder neutrum, telepathische begabt, sechsfingrig, leben in den Wäldern. Als die Menschen auf Darkover eintreffen ist diese Rasse bereits am sterben. Aber sie leben lange, fast ewig und tauchen von daher immer wieder in den Büchern auf.  Eigentlich sind sie den Menschen auf Darkover sehr ähnlich. Auch die Chieri hatten einst eine große Zivilisation, sie besiedelten sogar andere Planeten. Aber als sie merkten, dass ihre Rasse zu sterben begann zogen sie sich in die Wälder zurück und singen seitdem dort ihre Klagelieder. Eigentlich sind sie schon mehr eine Legende, als das sie wirklich in den Geschichten auftauchen.
Leider, leider werde die Darkover Bücher (wie viele, wenn nicht gar die meisten ihrer Bücher) in Deutschland nicht mehr veröffentlicht.  Ich besitze nur 5 von ihnen auf Deutsch, und 11 weitere auf Englisch. Allerdings erscheinen im Moment die Kurzgeschichten-Sammlungen zu Darkover in Amerika neu *yay* *hüpf*

Und sonst? Naja, „Die Nebel von Avalon“ ist auch ganz gut. Wenn man dafür den Locus-Award bekommt kann ein Buch ja nicht wirklich schlecht sein.  Es ist mal eine etwas andere Sicht auf die Artus-Sage. Und eine die mal ein wenig Sinn reinbringt meiner Meinung nach. Erzählt von Morgaine, die jedoch einen Großteil des Buches die Perspektive des allwissenden Erzählers einnimmt. Was nur funktioniert, weil die Geschichte nachträglich erzählt wird. Artus ist schon längst tot genauso wie die meisten anderen Figuren der Geschichte. Und Morgaine erzählt die Geschichte, ihre Geschichte, während Avalon um sie herum zusammenbricht. Früher eines meiner Lieblingsbücher. Heute finde ich es nicht mehr ganz so toll. Vielleicht bin ich rausgewachsen, wer weiß…
                                           
Ansonsten habe ich von Marion Zimmer Bradley nur diverse Kurzgeschichte und "Die Feuer von Troja" gelesen. Letzteres spielt während des trojanischen Krieges. Ein gutes Buch. Nur mit der Ilias ist es nicht wirklich kompatibel ;)

Und zum Schluss habe ich noch ein paar links für euch:
Marion Zimmer Bradley Literary Works Trust
Fischer Verlag (Die Übersetzungen der Avalon-Bücher erscheinen dort)
Hali-Turm (Darkover-Fanseite)


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