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Der Gesang der Nachtigall

Beziehungen sind manchmal schwierig oder: Warum ich keine Chick-Lit mag



Inspiriert von diesem Artikel auf Süddeutsche.de und dieser Rezension auf Nachtgezwitscher will ich euch heute mal über meine etwas schwierige Beziehung zu den meisten Chick-Lit-Büchern erzählen. Wikipedia erzählt mir, dass ChickLit sinngemäß für „anspruchslose Frauenliteratur“ steht. Und eigentlich suche ich genau das. Ein Buch zum entspannen, zum wenig drüber nachdenken. Wenn ein paar gut aussehende Typen und eine Liebesgeschichte sich auch noch zwischen den Buchdeckeln finden lassen: Gerne!

Aber: Chick-Lit ist mehr als nur anspruchslos.

Ich habe das Gefühl für blöd gehalten zu werden.

Die Frauen verlieben sich nicht einfach in diesen Büchern, nein, es MUSS Liebe auf den ersten Blick sein. Und natürlich gibt es jede Menge Probleme bis dies endlich erkannt wird. Bis dahin wird aus der Ferne geschmachtet. Natürlich geht das auch nicht nur frau so. Auch der Mann ist ihr natürlich sofort verfallen. Und wenn dann fertig geschmachtet ist geht es endlich zur Sache. War ja klar. Aber wollte ich einen Porno lesen? Eigentlich nicht. Eigentlich fühle ich mich auch in er Rolle der unglücklich verliebten Frau nicht so wirklich wohl. Vor allem wenn der „Unglücklich“-Teil selbstverschuldet ist. Manchmal muss man nämlich mal was sagen. Kommunikation und so. Männer brauchen eben manchmal einen Zaunpfahl oder auch zwei. Und solange man nicht grade Mr. Glitzervampir Edward Cullen anschmachtet kann der Herr auch keine Gedanken lesen.

Warum muss in diesen Büchern immer davon ausgegangen werden, dass der perfekte Mann das ultimative Lebensziel ist?

War da nicht mal sowas wie Gleichberechtigung? Ach nee, stimmt ja. Sowas wird ja nicht benötigt auf der Jagd nach Mr. Right. Wobei: Bei Jane Austen ist das nicht so offensichtlich. Und worum geht es bei Jane Austen? Richtig, um die Suche nach einem Ehemann. Der Unterschied: Es ist nicht der alleinige Daseinszweck. Ein Ehemann ist halt etwas was man als Frau haben sollte, weil es sonst schwierig wird. Klar, das geht heute nicht mehr so. Aber ist es wirklich zu viel verlangt, dass Frauen in solchen Büchern tatsächlich denken? So richtig denken. Mehr als „hmm, ob wohl diese Schuhe zu meinem neuen Kleid passen“ und „Er hat so tolle Augen“. Oder auch „Meine innere Göttin findet das grade nicht gut“. Ich brauche keine innere Göttin. Ich habe ein Gehirn. Ich benutze dieses Gehirn sogar ab und an mal. Zwar lese ich Chick-Lit nicht um mein Gehirn stark zu beanspruchen, dafür gibt es schließlich die Uni, aber etwas Tiefe wäre schon schön. Und weniger Pink bitte!

Das Schlimmste ist meiner Meinung nach: Diese Bücher werden von Frauen geschrieben! Frauen! Meine Damen: Seid ihr wirklich so eine naive, leicht verblödete Hausfrau und Mutter oder tut ihr nur so, weil ihr denkt es würde erwartet? Glaubt mir: Das Frauen auch was anderes machen dürfen als Mutter sein und für den Ehemann kochen ist schon seit den 60er allgemein akzeptiert. Klar, frau darf auch gerne Hausfrau und Mutter sein. Meinetwegen dürft ihr euch auch gerne so blöd stellen wie ihr wollt:

Aber müssen diese Bücher sein?

Was meint ihr dazu? Findet ihr auch, dass einige der "Frauen-Bücher" manchmal etwas zu simpel sind?

Kommentare

  1. Herrlich und ich dachte schon ich bin die Einzige, bei der diese Bücher im Regal verstauben. Mehr als eines pro Jahr kann Frau pro Jahr kaum ertragen. Und es gibt auch noch genügend andere Literatur, die erholsam für den Kopf ist, ohne das man dafür bei lesen gleich den kompletten Verstand abschreiben muss. Danke fürs auf den Punkt bringen.

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    1. Danke dir ^^ Ich habe manchmal wirklich das Gefühl alleine zu sein und da ist es schön zu lesen, wenn es anderen auch so geht ^^

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  2. Eine Frage - wenn Du kein ChickLit magst, wieso liest Du die Bücher dann überhaupt oder schreibst Du solche Artikel? Ich mag beispielsweise überhaupt keine historischen Romane, aus mehreren Gründen, würde mir aber nie anmaßen einen Artikel dazu zu schreiben, nur weil ich sie nicht mag. (Schon allein deshalb weil ich nicht glaube, dass die wenigen hist. Romane, die ich gelesen habe, stellvertretend für ein ganzes Genre stehen und zumal jeder Einzelne eben einen anderen Geschmack hat.) Ich möchte Dich jetzt keinesfalls persönlich angreifen, aber ich finde es dennoch schade, dass Du scheinbar alle Chick-Lit-Romane, die Du evtl. auch tatsächlich gelesen hast, über einen Kamm scherst. Ich bin durchaus auch der Meinung, dass die vielen pinken Cover zu übertrieben sind, viele gefallen mir als Chick-Lit-Leserin auch überhaupt nicht und auch einige der Romane dieses Genres triefen von den Klischees, die Du beschrieben hast und solche gefallen mir dann auch nicht. Allerdings gibt es genauso viele Chick-Lit-Romane, die keine Liebe auf den ersten Blick, den Mr. Right oder eine tolle/perfekte/etc.-Frau/Progatonistin enthalten, sondern sich tatsächlich mit Dingen beschäftigen, die auch in der Realität zutreffen könnten. Auch etwas Tiefe ist in diesen Büchern durchaus enthalten - man muss sie eben nur finden. Und trotz der Gefahr, mich jetzt zu wiederholen: wenn Du solche Bücher nicht magst, lies sie nicht! Deine Lesezeit ist dafür definitiv zu kostbar und Deine Nerven zu schade, Dich darüber dann aufzuregen.

    Liebe Grüße,
    Jess

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    1. Hallo Jess ^^

      mir ist klar, dass es wahrscheinlich Ausnahmen gibt. Nur habe ich sie noch nicht gefunden. Und ich habe in fast jedes Buch, dass meine Mutter in den letzten 5 Jahren gelesen hat zu mindestens einmal reingeschaut. Jene ist übrigens quasi eine Chick-Lit-Suchtleserin.
      Aber es ist auch eigentlich egal, weil ich nie behauptet habe, dass es auf alle dieser Bücher zutreffen würde. Genauso wie ich nie behauptet habe, dass ich Chick-Lit tatsächlich noch lese. Eigentlich hätte ich mich in diesem Post auch über die allgemeinen Probleme mit den meisten neueren Büchern aufregen können, denn Chick-Lit ist auch nur ein Symptom und keine Krankheit. Aber ich wollte ein klar umrissenes Thema und der Artikel auf süddeutsche.de hat mich zum nachdenken gebracht.

      Viele Grüße,
      Lena

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