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Darf ich bitten? Sabrina Qunaj


Hallo allerseits,

heute habe ich ein Interview für euch ^^ Und zwar mit Sabrina Qunaj. Aber erst einmal möchte ich euch etwas allgemeines über Sabrina erzählen (alternativ könnt ihr auch einfach ihre Selbstvorstellung auf ihrer Homepage lesen, die ist sowieso viel interessanter).

Sabrina Qunaj wurde 1986 in der Steiermark geboren und lebt dort heute mit ihrem Mann und ihren beiden Kinder. Ihre ersten Bücher wurden 2012 veröffentlicht. Gleich drei in einem Jahr, nämlich die ersten beiden Teile der Elvion-Reihe (im Aufbau-Verlag) sowie Teufelsherz (bei Bastei-Lübbe). Ihre aktuellsten Bücher sind "Die Tochter des letzten Königs" und "Sternensommer".



copyright: Goldmann Verlag
In "Die Tochter des letzten Königs" geht es um Nesta, die Tochter eines der letzten freien Fürsten Wales. Nach dem Tod ihres Vaters wächst sie unter Normannen auf. Erst auf der Burg einer Marcher Lords und dann sogar am Hofe König Rufus! Nur ist sie leider nicht nur ein Mädchen unter vielen sondern der Schlüssel zur Macht in Wales.

copyright: Carlsen Impress

"Sternensommer" ist dagegen Jugend-Fantasy. Dilias Vater ist reich. Und Dilia ist nach außen hin das verwöhnte Töchterchen. Nur wirklich glücklich ist sie nicht. Als ihr Vater sie dann auch noch ins Sommercamp abschiebt scheint ihr schlimmster Albtraum wahr geworden zu sein. Denn dort kennt sie nur den Nerd Emrys, den sie nicht ausstehen kann. Noch weiß sie nicht, dass dieser Sommer ganz besonders werden wird.




Wenn du ein neues Buch anfängst zu schreiben, was ist da zuerst da: Die Person oder die Geschichte? Also hast du eher einen bestimmten Charakter vor Augen, dessen Geschichte du erzählen möchtest oder eine Geschichte, die zunächst noch keine voll ausgearbeiteten Charaktere enthält.


copyright by Sabrina Qunaj
Bei mir kommen immer die Charaktere zuerst, alles andere entwickelt sich später. Meist ist es eine Liebesgeschichte, die mir im Kopf herumspukt und indem ich die Hintergründe und das Umfeld meiner Protagonisten erforsche, bilden sich dann auch der Plot, die Konflikte, die Welt, ...
 Ein einziges Mal begann ich einen Roman mit einer Geschichte – das war mein erster Versuch, einen historischen Roman zu schreiben. Das übergeordnete Thema war zuerst da (zB. die Eroberung von Wales). Damit fing alles an und ich musste meine Charaktere erst finden. Das stellte sich als unglaublich schwierig heraus, ich kämpfte mich durch mehrere hundert Seiten Schreibarbeit und trotzdem war ich nie zufrieden. Ich kam lange nicht dahinter, woran das lag, und erst im Moment der puren Verzweiflung und nahe an der Aufgabe, ließ ich das Projekt los und begann noch einmal von vorne – mit einem Charakter, der mich während meiner Recherchearbeit begleitete, mir ständig im Kopf herumging und mich immer faszinierte. Es war schwer, die bereits getane Arbeit einfach aufzugeben und noch einmal von vorne anzufangen, aber es lohnte sich. Heraus kam “Die Tochter des letzten Königs”.
Jetzt weiß ich mit absoluter Sicherheit, dass ein Roman bei mir immer mit einem Charakter beginnen muss.

 Übrigens apropos “Die Tochter des letzten Königs“: Die Eroberung Wales durch die Normannen ist jetzt ja nicht unbedingt ein typisches Thema für historisches Romane. Wie bist du ausgerechnet darauf gekommen?

 Das lässt sich hinterher immer ganz schwer sagen, denn oft ist es eine Verkettung von Gedankengängen, die mich zu meiner Geschichte führt. Historische Romane über Großbritannien haben mich schon immer sehr begeistert, aber meistens steht in denen England, manchmal vielleicht auch noch Schottland, im Vordergrund. Irland und Wales schienen mir, wenn überhaupt, immer nur am Rande vorzukommen. Von jeher fühlte ich mich aber eher zu diesen Ländern, besonders stark zu Wales, hingezogen und so kam es wie bei den meisten Projekten: Ich schrieb das, was ich selbst gerne lesen wollte.
Bei meinen Recherchen erfuhr ich von so vielen großartigen Persönlichkeiten in diesem Land, dass es mir fast schon unfassbar erschien, dass diese nicht bereits sämtliche Regale der Buchhandlungen füllten. Da jedoch eine fiktive Persönlichkeit im historischen Umfeld bevorzugt wird, habe ich mich zuerst in solch einem Projekt versucht, um die Geschichte der Eroberung von Wales zu erzählen. Das funktionierte nicht gut, denn wie gesagt, das Thema stand im Vordergrund und zu meinen fiktiven Charakteren fand ich keinen Zugang – dafür fand ich die historischen Persönlichkeiten zu interessant. Irgendwann warf ich also alles über den Haufen und schrieb das, was ich wirklich schreiben wollte.
 Vielleicht kann man es auch Schicksal nennen, dass mich diese Geschichte fand, denn dem Land scheine ich schon länger verbunden zu sein, als ich selbst wusste. Erst bei meiner Arbeit zu dem Roman kam ich dahinter, dass mein Name Sabrina von einem walisischen Fluss stammt (den ich auf meiner Recherchereise mit großem Staunen überquerte). Nicht einmal meine Eltern wussten das.
Der Severn (lat. Sabrina) in der Nähe von Shrewsbury Castle
von Chris Bayley via wikimedia.org

Du sagst, dass du das schreibst, was du selbst lesen willst. Hast du schon einmal überlegt Kinderbücher zu schreiben? Also im Prinzip nicht das was du lesen willst, sondern das was deine beiden Kinder lesen wollen?

 Ich fürchte, Kinderbücher sind nichts für mich. Beim Schreiben werde ich meistens von der Liebesgeschichte hinweggetragen und eine Geschichte ohne Romantik kann mich einfach nicht richtig begeistern. Es gibt ja mit der High Fantasy, der Jugend-Fantasy und den historischen Romanen ja schon einige Genres, in denen ich schreibe, vielleicht kommen noch romantische Komödien dazu. Ich denke, das genügt, und da überlasse ich die Kindergeschichten lieber anderen Autoren und bleibe beim Vorlesen und Märchen erzählen.

Walter Crane: Illustration for Beauty and the Beast,
 London 1874
via wikimedia.org
Als totaler Märchenfan interessiert mich jetzt natürlich: Was sind denn deine Lieblingsmärchen? 

Ich mag Märchen, in denen das Liebespaar Zeit hat, sich kennenzulernen und Gefühle zu entwickeln. Daher mag ich “Die Schöne und das Biest“ und auch “König Drosselbart“ sehr gern – und natürlich liebe ich die moderne Adaption von “Rapunzel“! Märchen wie “Schneewittchen“ und “Dornröschen“, in denen sich Prinz und Prinzessin einmal ansehen und schon ist es wahre Liebe, sind eher nicht so mein Fall.

 Mit welcher deiner Figuren kannst du dich am meisten identifizieren?

 Im Grunde ist eine jede Figur natürlich ein Teil von mir, denn sie entsteht ja in mir, daher kann ich auch das Handeln jeder einzelnen Figur gut nachvollziehen und fühle mit allen mit. Aber niemand ist genau so wie ich. Das ist ja gerade das Spannende beim Schreiben: Man kann sich mit Persönlichkeiten auf den Weg machen, die nichts mit einem selbst zu tun haben und die ganz anders sind. Durch das Schreiben kann ich also vieles sein und bin nicht nur auf mein wahres Ich beschränkt – einmal böse sein, einmal leichtsinnig, einmal mutig oder abenteuerlustig, einmal spüren, wie es ist, nur vernünftig zu sein, große Verantwortung zu tragen, ... Es gibt keine Grenzen.

Kannst du schon was über deine nächsten Projekte verraten?

Im Moment stelle ich meinen zweiten historischen Roman “Das Blut der Rebellin“ fertig, der im März 2015 beim Goldmann Verlag erscheint. Darin geht die Geschichte um den walisischen Freiheitskampf weiter. Danach möchte ich diesem Genre gerne treu bleiben, aber natürlich interessieren mich auch weiterhin Jugendromane, Fantasy oder auch einmal romantische Komödien.
copyright by Sabrina Qunaj

Und zu guter Letzt: Gibt es noch irgendetwas, dass du noch sagen möchtest?

Gerne möchte ich die Gelegenheit nutzen, all meinen Leserinnen und Lesern zu danken. Nicht nur, dass sie meinen Büchern eine Chance geben, sondern auch für die wunderbaren Nachrichten und Rückmeldungen. Die Begeisterung der Leser baut auch beim schlimmsten Zeitdruck wieder auf. Und vielen Dank für das schöne Interview, das mir großen Spaß machte!

Vielen Dank dir Sabrina für dieses tolle Interview!


Und damit ist das Interview auch schon wieder vorbei. Aber keine Angst: Nächste Woche Dienstag findet ihr das nächste meiner Interviews auf dem Blog. Und bis dahin gibt es auf den anderen Blogs noch viel zu lesen!
Morgen lest ihr auf Kathrin' Booklove das Interview, das Annika mit Heike Gellert geführt hat. Gerüchteweise gibt es auch etwas zu gewinnen!
Donnerstag ist dann Jenny dran mit einem Interview mit Olaf Kemmler auf Jennys Bücherwelt.
Auf Lovelymix findet ihr dann am Freitag ein Interview und zwar mit Marlies Lüer.
Am Samstag habt ihr dann noch Zeit zum ausruhen, bevor Katja am Sonntag euch das Interview mit Jennifer B. Wind päsentiert.

1 Kommentar

  1. Das war ein tolles Interview! Ich mag die Autorin gerne und so habe ich noch etwas mehr von ihr erfahren. Wirklich toll.

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