[Rezension] Himmel ohne Sterne

20. Mai 2016

Moin!

Heute gibt es mal eine Rezension zu einem Buch, dass ein wenig schönes Thema behandelt. Das war quasi mein letzter Versuch "Rainer M. Schröder", ausgeliehen in der Onleihe. Was draus geworden ist? Einfach weiterlesen!

Informationen zum Buch

Cover Himmel ohne Sterne von Rainer M. Schröder
Quelle: cbj

Himmel ohne Sterne

Rainer M. Schröder

Hardcover
576 Seiten
16,99 € [D] 17,50€ [A]
ISBN: 978-3-570-17222-3
Verlagswebsite



Erster Eindruck: 

Passt zum Titel und zwar wirklich. Und es ist mal kein 08/15 Jugendbuchcover.

Inhalt: 

München, 1946: Jannek und Leah haben den Nazionalsozialismus überlebt. Grade so. Aber ihre Erlebnisse in den KZ haben sie stark geprägt und jetzt müssen sie im Nachkriegs-Deutschland auch noch ums Überleben kämpfen. Bald schon reift die Idee nach Palästina zu gehen, aber die Reise ist gefährlich und den Staat Israel gibt es noch nicht.
In London ist die Familie Bucheim immer mehr Anfeindungen ausgesetzt, als deutsche Juden werden sie überall ausgegrenzt und teilweise direkt angegriffen. Alija Bet – die illegale Einwanderung nach Palästina – scheint auch für sie die letzte Hoffnung.

Meine Meinung:

In letzter Zeit war ich nicht mehr so begeistert von Rainer M. Schröders Romanen. Ich dachte schon ich sei zu erwachsen dafür geworden, aber dieses Buch beweist mir das Gegenteil.
Vorweg: Für sanfte Seelen ist „Himmel ohne Sterne“ nichts. Ganz und gar nichts. Hier wird kein Blatt vor dem Mund genommen was die Realität des Holocaust und des Lebens im Nachkriegs-Europa angeht. Auch das die illegale Einwanderung kein fröhlicher Sonntagsspaziergang war wird ganz sicher nicht verheimlicht. Mich hat vor allem das Verhalten der Briten geschockt, ich wusste zwar aus dem Geschichtsunterricht, dass sie dem Problem „Palästina“ nicht gewachsen waren, aber in konkreten Situationen werden einem die Auswirkungen erst bewusst. Das gilt für vieles in diesem Buch, denn die Rahmenhandlung dürften die Meisten aus dem Geschichtsunterricht kennen, aber die Umsetzung…
Ich glaube in keinem anderen Buch von Rainer M. Schröder sterben so viele Menschen, wie in „Himmel ohne Sterne“. Vielleicht in der Falken-Saga, aber das sind 5 Bände und entsprechend mehr Seiten…  Und Happy End ist auch nicht wirklich drin…
Leah war für mich „die“ Figur in diesem Buch, ich habe das Geschehen quasi immer durch ihre Augen betrachtet auch wenn nicht alles aus ihrer Sicht erzählt wurde. Jannek dagegen blieb mit die meiste Zeit rätselhaft, auch das Ende hat mir nur bedingt geholfen ihn zu verstehen. Sophie und Marius waren da besser zu verstehen, genauso wie Ari. Aber ich denke, das war auch so gewollt. Man lernt halt die vielen verschiedenen Schicksale kennen, die Juden dazu geführt haben nach Palästina auswandern zu wollen und für einen Staat Israel zu kämpfen. Dazu gehört eben auch der verbitterte und schwer traumatisierte KZ-Überlebende, der glaubt, dass es für ihn keine Zukunft gäbe.
Übrigens: So ganz nebenbei wird auch erklärt, warum in der Region jetzt grade die Hölle los ist (und warum das auch eigentlich mal mehr, mal weniger seit 100 Jahren so ist).
Ach, ich würde gerne noch so viel mehr schreiben über dieses Buch, aber leider würde das meiste davon meine „Keine Spoiler in Rezensionen“-Regel verletzen und hier jetzt jede Menge Spoiler Buttons setzen möchte ich nicht. Gibt ja auch so genug zu sagen.


Fazit: 

5 Sterne, was denn sonst. Dieses Buch MUSS man gelesen haben, gleich nach „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“. Pflichtlektüre für jeden der sich auch nur ansatzweise für das Thema interessiert und eigentlich auch für alle anderen!


Kommentare:

  1. Das Buch ist schon länger auf meiner Wunschliste und rückt nun ganz nach oben!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Hallo Martina,

      das freut mich, dass ich dich etwas in Richtung "Himmel ohne Sterne" stupsen konnte. Ich bin gespannt, was du davon hältst.

      Liebe Grüße,
      Lena

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  2. Hallo Lena,

    danke für diese Empfehlung. Das klingt so, als würde es etwas für mich sein. Der Titel kommt definitiv auf meine Wunschliste.

    LG
    Julia

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    1. Hallo Julia,

      toll, dass ich dir Lust machen konnte auf dieses wunderbare Buch.

      LG
      Lena

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