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Lieblingsbeitrag

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Der Gesang der Nachtigall

Meine Buch-Enttäuschungen im Jahr 2017



Inspiriert von der Shortlist des Leserpreises von Lovelybooks (noch kann man übrigens abstimmen), möchte ich mal über meine Enttäuschungen des Jahres reden. Ich würde ja auch über die Buchcover und Buchtitel-Kategorien des Leserpreises reden wollen. Aber ich möchte mich nicht mehr so viel aufregen. Ist nicht gut für die Gesundheit und so…
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Bücher, die unbedingt verfilmt werden sollten

Filmrolle mit Posttitel-Overlay


Ja, okay. Die meisten Buchverfilmungen sind nicht so pralle, aber es gibt Geschichten, die einfach auch unglaublich gut als bewegtes Bild funktionieren würden. (Und es gibt Geschichten, von denen möchte ich nur deshalb einen Film, damit sich The Dom bei Lost In Adaptation damit auseinander setzen kann/muss xD Die sind hier aber kein Thema)
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[Rezension] Der Gesang der Nachtigall

Informationen zum Buch

Quelle: Königskinder/Carlsen

Der Gesang der Nachtigall


Übersetzer: Nadine Püschel
Gebunden
336 Seiten
18,99 €
ISBN 978-3-551-56041-4
Website des Verlags


Erster Eindruck

Ich werde die Königskinder-Bücher alleine schon wegen ihres Aussehens vermissen, wenn es das Imprint ab nächstes Jahr nicht mehr gibt. “Der Gesang der Nachtigall“ hat sowohl auf als auch unter dem Schutzumschlag einen unglaublich tollen Farbverlauf


Inhalt

Seit dem Tod ihres Bruders ist alles anders. Henrys Mutter ist krank. Nur Henry scheint zu sehen, dass alle Behandlungsversuche es nur noch schlimmer machen. Aber natürlich hören Erwachsene nicht auf ein Kind.Bis auf die geheimnisvolle Moth, eine Frau, die im Wald unweit von Hope House – Henrys neuem Zuhause – lebt.


Meine Meinung

Essentiell hat Lucy Strange mit „Der Gesang der Nachtigall“ ein Buch übers Trauern geschrieben. Ein bisschen ist es aber auch ein Buch darüber, ob Erwachsen-werden wirklich etwas Erstrebenswertes ist.
Die Text auf dem Buchumschlag hört sich im ersten Moment danach an, als ob „Der Gesang der Nachtigall“ ein Fantasy-Buch ist, allerdings gibt es hier nicht wirklich Fantasy-Elemente. Wenn man von einigen Träumen von Henry mal absieht, sie ist eben sehr Fantasie-begabt und neigt dazu vor der Realität in die Welt ihrer Bücher zu fliehen.
Henry als Hauptfigur und Erzählerin ist eine ideale Entscheidung. Ein Großteil der Magie dieses Buches besteht daraus, dass man als Leser sich selbst manchmal nicht sicher ist ob sich Henry gewisse Sachen jetzt nur einbildet oder ob sie real sind. Zum Beispiel meint Henry ganz am Anfang Rauch zu riechen, aber wirklich sicher ist sie sich nicht. Als Leser ist man sich ab einem gewissen Punkt selbst unsicher: Wie vertrauenswürdig ist eine 12-Jährige als Erzählerin wirklich? Vermischt sie Fantasie und Wirklichkeit nicht ein bisschen zu sehr?


Besonders gut hat mir gefallen, dass Trauer hier nicht minimiert wird. Sondern eindeutig klar wird, dass jeder damit anders umgeht und dass die Reaktion der Menschen um einen herum die eigene Reaktion prägt. Wären schwangere Frauen 1919 nicht als eher fragil angesehen worden, wäre die Geschichte von Henrys Mutter sicher eine ganz Andere. Mit unserem heutigem Wissen über Depressionen und Trauer sowieso.
Ich hätte gerne mehr erfahren über die Tabletten, die Henrys Mutter bekommt. Meine Vermutung ist, dass es Barbiturate sind. Und da wäre das spontane Absetzen (bei der Behandlungsdauer) eher keine gute Idee. Eine Tatsache, die man vielleicht noch hätte einfließen lassen können: Es ist nicht immer einer gute Idee Tabletten einfach abzusetzen. Grade wenn es um Antidepressiva, Schlaftabletten o.ä. geht.
Und: Die Ärzte sind nicht unbedingt böse. 1919 hieß PTSD noch Shell Shock und Depressionen wurden als eine Art von Wahnsinn angesehen. Niemand hatte eine Ahnung woher psychische Erkrankungen kamen, die Psychotherapie war noch in ihren Kinderschuhen und die Medikamente, die wir heute kennen, teilweise noch nicht einmal vorstellbar. Tatsachen, die man vielleicht im Nachwort hätte erwähnen können. Zwar haben die Ärzte hier sicher auch andere Motive als nur zu helfen, aber sie wussten es eben auch nicht besser. 


Der Art und Weise wie dieses Buch geschrieben ist, erinnert mich ein wenig an die alten Kinderbuchklassiker aus Großbritannien und den USA. Wahrscheinlich ist das Absicht, die Aufmachung der deutschen Ausgabe unterstreicht das Gefühl einen Klassiker zu lesen auf jeden Fall noch. Es werden auch viele dieser Klassiker erwähnt, da Henry ein Bücherwurm ist. Besonders Märchen haben es ihr angetan, definitiv ein Pluspunkt für diesen Charakter!

Fazit

Ein fabelhaftes Buch mit einer grandiosen Hauptfigur. „Der Gesang der Nachtigall“ ist einerseits voll von magischen Momenten und andererseits in der Realität verankert.
5 Sterne


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