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Gedanken über Darkover, Die Herrin der Falken und starke Figuren

Bild von Pedro Figueras über Pexels


Heute habe ich dann mal eben so nebenbei ein ganzes Buch gelesen.
Dabei habe ich mich mal wieder in die Welt von Darkover verliebt.
Ich weiß nicht, warum ausgerechnet die Geschichte von Romilly MacAran bei mir immer wieder aufs Neue Begeisterung auslöst. Es war eines der ersten Darkover-Bücher, die ich je gelesen habe und bis heute ist es eines meiner Liebsten. Ich möchte euch etwas darüber erzählen. Dieser Beitrag enthält mehr als nur einen Spoiler für ‚Die Herrin der Falken‘ /‘Hawkmistress!‘ von Marion Zimmer Bradley. Ich werde versuchen die großen Enthüllungen für mich zu behalten, sie sind im Wesentlichen auch nicht relevant. Aber ihr könnt euch diesen Beitrag auch gerne abspeichen, das Buch lesen gehen und dann in ein paar Tagen wiederkommen ^^ Mir gefällt das Buch auch nach mehrfachen Lesen immer aufs Neue gut, obwohl ich die Geschichte längst kenne, also lasst euch von der Spoiler-Warnung nicht abschrecken.

Romilly ist die 'starke' Frauenfigur, die so viele immer fordern.

Nicht zu Beginn des Buches, da ist sie einfach nur Romy, die älteste Tochter eines Landadligen. Zwar hochbegabt mit Laran (den in Darkover verbreiteten telepathischen/telekinetischen/whatever Fähigkeiten), aber 'nur' eine Tochter in einer Welt, die von Frauen erwartet zu Hause am Herd zu sitzen und nett auszusehen. Und es gibt auch nicht diesen einen Moment, der sie von einem Kind zu einer starken, unabhängigen Frau macht. Es sind viele kleine Entscheidungen, die sie zu der Frau machen, die am Ende ganz klar sagt was sie möchte und keinen Widerspruch duldet. Und dabei aber nicht rücksichtslos ist.

Vielleicht eine kurze Erklärung zur Welt Darkover: Darkover ist geprägt von Psi-Kräften. Von simpler Telepathie über die Gabe das Wetter zu beeinflussen bis dahin in großen Gruppen unfassbar grausame Waffen zu erschaffen. Genannt werden diese Psi-Kräfte Laran und sie sind verknüpft mit roten Haaren sowie der Zugehörigkeit zum Adel. In späteren Epochen dieser Welt gibt es Gesetze, die den Umgang damit regeln. Die Herrin der Falken spielt aber im sogenannten Zeitalter des Chaos, einer Zeit die geprägt vom Krieg mit Laran-Waffen ist. Von einem Feuer, das selbst Stein verbrennt und nicht aufhört zu brennen ehe es alles verschlungen hat, bis zu einer Art Dunst, der Luft und Erde für Generationen verpestet. Die Menschen dieser Welt betrachten die mit Laran begabten Personen mit einer Mischung aus Erfurcht und Angst.
Für die herrschenden Klassen ist dieses Laran unglaublich wichtig, zu diesem Zeitpunkt in der Geschichte Darkovers wird es allerdings nicht mehr gezielt ‚gezüchtet‘. Trotzdem heiraten sie untereinander, entsprechend begabte Frauen sind wertvoll. Die Begabung setzt erst mit der Pubertät ein und tötet dabei viele Kinder, bestimmte Gaben töten auch die Mutter bei der Geburt des Kindes oder während der Schwangerschaft. Kinder und Frauen werden beschützt und behütet (Die Männers schlagen sich natürlich mal wieder die Köppe ein, aber gut…) Von Frauen wird dabei erwartet, dass sie Haus und Hof führen. Es gibt aber auch Ausnahmen: Leronis, Frauen, die sich der Arbeit mit Laran widmen, leben innerhalb der Türme (quasi eine Art Kloster für Laran-Arbeit) frei und gleichberechtigt und haben auch außerhalb sehr viele Freiheiten. Sie werden teils verehrt für ihre Fähigkeiten. Dieser Weg steht aber nur adligen Frauen offen. Auf der anderen Seite gibt es noch die Schwesternschaft vom Schwert, eine Gruppe von meist Söldnerinnen (aber auch Führerinnen, Händlerinnen, Köchinnen…). Diese Frauen schwören sich an bestimmte Regel zu halten u.a. niemals einem Mann untertan zu sein und sich gegenseitig zu beschützen. Die Schwesterschaft steht allen Frauen offen, aber sie steht auch außerhalb der Gesellschaft. Geachtet für ihre Fähigkeiten, aber geächtet, weil sich die Frauen gegen die Konventionen stellen.

Bekommt ihr langsam ein Bild von dieser Welt? Es ist in vielerlei Hinsicht keine schöne Welt (grade was die Stellung von Frauen angeht wird sie sogar noch unfreundlicher in späteren Epochen), aber meiner Meinung nach unglaublich faszinierend. Auch weil Marion Zimmer Bradley es immer wieder geschafft hat Figuren zu erschaffen, die diese Welt in Frage stellen.

Romilly ist eine solche Figur, sie flieht vor einer ungewollten Ehe und landet als Falkenmeisterin mitten in einem Krieg. Romillys Weg beginnt dabei mit der simplen Entscheidung einen Falken zu zähmen und endet damit, dass sie einen Mann aus Gefangenschaft und vor dem sicheren Tod rettet. Dazwischen reist sie mal als Mann verkleidet, mal verliert sie sich vollständig und irrt im Wald umher, aber sie geht dabei beständig den Weg vom Kind zur Frau. Meistens ohne es zu merken.
Was mich an ihr so fasziniert, ist dass sie eben nicht fehlerfrei ist. Sie hegt teils einen unglaublichen Hass auf ihren Vater und weigert sich oft über gutgemeinte Ratschläge auch nur nachzudenken. Hilfe lehnt sie eigentlich grundsätzlich ab, egal wie sinnvoll es wäre sie anzunehmen. Schwäche eingestehen? Bloß nicht! Aber sie wächst an ihren Fehlern und es wird im Laufe des Buches immer klarer, dass es keine Schwäche ist sich in diese Gesellschaft zu fügen. Dass Stärke nicht bedeutet mit einem Schwert in der Hand rumzurennen und Leute zu töten.

Romilly ist stark, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen möchte und sich dieses durch ihre eigene Kraft erkämpft. Aber auch, weil sie sich ihre Fehler eingesteht. Weil sie einsieht, dass keine Schwäche zeigen, nicht das Gleiche ist, wie innere Stärke. Das nur, weil sie mit einem Mann nicht glücklich geworden wäre, das nicht auch für alle anderen Frauen gilt.

Ihre Schwester Mallina ist auch stark. Sie schaut hinter das Aussehen eines Menschen und beschließt es zumindestens zu versuchen ihn zu lieben. Sie ist denkt von keinem Menschen etwas Schlechtes. Und sie ist sehr gut im Sticken ;) Aber reiten, jagen, kämpfen? Das ist nicht ihre Welt. Stark ist sie trotzdem.

König Carolin ist stark, aber nicht weil er Krieg führt. Sondern weil er den Krieg gerne vermieden hätte. Weil er versucht keinen seiner Männer zu verlieren.

Maura ist stark, obwohl sie Kleider und Röcke trägt und von einer Ehe, Kindern, Haus und Hof träumt. Denn sie tut was getan werden muss, obwohl in diesem Krieg ihre Verwandten und Freunde auf beiden Seiten stehen und sie keinen von ihnen tot sehen möchte.

Den Wunsch dieses Buch wieder einmal zu lesen hat übrigens ein Lied ausgelöst: Hunter von Heather Dale (Link angucken und Video ansehen!). Ein Lied in dem es – auf der Textebene – um die Liebe eines Raubvogels zu seinem/ihrem Herrn geht. Romilly wird fast das gesamte Buch über von ihrem Falken begleitet, ein Falke der freiwillig immer wieder zu ihr zurück kommt. Aber das Lied geht auch darum, dass man jemanden, den man liebt nicht zwangsweise festhalten sollte. Auch das eine Botschaft, die Romilly in diesem Buch lernt: Liebe ist bedingunglos und man kann niemanden dazu zwingen zu lieben. Oder eine geliebte Person dazu zwingen auf eine bestimmte Art und Weise zu sein.

Dieser Text macht nur mittelmäßig viel Sinn glaube ich, aber egal. Das musste irgendwie sein...
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Deutscher Buchpreis 2016 - Die Longlist-Leseproben

Huhu,

dieses Wochenende habe ich mich mal an den deutschen Buchpreis rangewagt. Angeblich ja die besten deutschsprachigen Bücher 2016. Allerdings nur in Form der Leseproben. 20 Bücher in einem Wochenende wäre ja doch sehr sportlich. Ich poste hier mit Absicht keine Inhaltsangaben sondern nur meinen Eindruck, so vollkommen unprofessionell halt ;)
Danke übrigens an NetGalley und das Börsenblatt, die es mir möglich gemacht haben die Leseproben zu lesen, obwohl es das Büchlein mit den Leseproben hier auf der Insel nicht gibt.

Dieser Beitrag ist sehr lang. Mehr als 900 Wörter habe ich über meine ersten Eindrücke geschrieben. Erst wollte ich euch hier nur die Highlights präsentieren, aber irgendwie kam mir das blöd vor. Also kommt hier der Mammut-Beitrag. Viel Spaß!

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Beziehungen sind manchmal schwierig oder: Warum ich keine Chick-Lit mag



Inspiriert von diesem Artikel auf Süddeutsche.de und dieser Rezension auf Nachtgezwitscher will ich euch heute mal über meine etwas schwierige Beziehung zu den meisten Chick-Lit-Büchern erzählen. Wikipedia erzählt mir, dass ChickLit sinngemäß für „anspruchslose Frauenliteratur“ steht. Und eigentlich suche ich genau das. Ein Buch zum entspannen, zum wenig drüber nachdenken. Wenn ein paar gut aussehende Typen und eine Liebesgeschichte sich auch noch zwischen den Buchdeckeln finden lassen: Gerne!

Aber: Chick-Lit ist mehr als nur anspruchslos.

Ich habe das Gefühl für blöd gehalten zu werden.

Die Frauen verlieben sich nicht einfach in diesen Büchern, nein, es MUSS Liebe auf den ersten Blick sein. Und natürlich gibt es jede Menge Probleme bis dies endlich erkannt wird. Bis dahin wird aus der Ferne geschmachtet. Natürlich geht das auch nicht nur frau so. Auch der Mann ist ihr natürlich sofort verfallen. Und wenn dann fertig geschmachtet ist geht es endlich zur Sache. War ja klar. Aber wollte ich einen Porno lesen? Eigentlich nicht. Eigentlich fühle ich mich auch in er Rolle der unglücklich verliebten Frau nicht so wirklich wohl. Vor allem wenn der „Unglücklich“-Teil selbstverschuldet ist. Manchmal muss man nämlich mal was sagen. Kommunikation und so. Männer brauchen eben manchmal einen Zaunpfahl oder auch zwei. Und solange man nicht grade Mr. Glitzervampir Edward Cullen anschmachtet kann der Herr auch keine Gedanken lesen.

Warum muss in diesen Büchern immer davon ausgegangen werden, dass der perfekte Mann das ultimative Lebensziel ist?

War da nicht mal sowas wie Gleichberechtigung? Ach nee, stimmt ja. Sowas wird ja nicht benötigt auf der Jagd nach Mr. Right. Wobei: Bei Jane Austen ist das nicht so offensichtlich. Und worum geht es bei Jane Austen? Richtig, um die Suche nach einem Ehemann. Der Unterschied: Es ist nicht der alleinige Daseinszweck. Ein Ehemann ist halt etwas was man als Frau haben sollte, weil es sonst schwierig wird. Klar, das geht heute nicht mehr so. Aber ist es wirklich zu viel verlangt, dass Frauen in solchen Büchern tatsächlich denken? So richtig denken. Mehr als „hmm, ob wohl diese Schuhe zu meinem neuen Kleid passen“ und „Er hat so tolle Augen“. Oder auch „Meine innere Göttin findet das grade nicht gut“. Ich brauche keine innere Göttin. Ich habe ein Gehirn. Ich benutze dieses Gehirn sogar ab und an mal. Zwar lese ich Chick-Lit nicht um mein Gehirn stark zu beanspruchen, dafür gibt es schließlich die Uni, aber etwas Tiefe wäre schon schön. Und weniger Pink bitte!

Das Schlimmste ist meiner Meinung nach: Diese Bücher werden von Frauen geschrieben! Frauen! Meine Damen: Seid ihr wirklich so eine naive, leicht verblödete Hausfrau und Mutter oder tut ihr nur so, weil ihr denkt es würde erwartet? Glaubt mir: Das Frauen auch was anderes machen dürfen als Mutter sein und für den Ehemann kochen ist schon seit den 60er allgemein akzeptiert. Klar, frau darf auch gerne Hausfrau und Mutter sein. Meinetwegen dürft ihr euch auch gerne so blöd stellen wie ihr wollt:

Aber müssen diese Bücher sein?

Was meint ihr dazu? Findet ihr auch, dass einige der "Frauen-Bücher" manchmal etwas zu simpel sind?
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